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Attributesystem

Hauptattribut 1 - „Olympische Erfolge 2020“ arrow_drop_down

Die Daten werden in Abstimmung mit dem DOSB durch die Geschäftsstelle der PotAS-Kommission erhoben und nach den Olympischen Spielen 2020 in das PotAS-Datenmanagementsystem eingegeben. Die Spitzenverbände müssen dieses Hauptattribut NICHT eintragen.

  • Prozentualer Anteil der erreichten Punktzahl für die Platzierungen 1 bis 8 bei den Olympischen Spielen 2020 im Verhältnis zu der erreichten Punktzahl der besten Nation in dieser Disziplin (= 100 %)

Hauptattribut 2 – „Qualifikation für die Olympischen Spiele 2020“ arrow_drop_down

Die Daten werden in Abstimmung mit dem DOSB durch die Geschäftsstelle der PotAS-Kommission erhoben und nach den Olympischen Spielen 2020 in das PotAS-Datenmanagementsystem eingegeben. Die Spitzenverbände müssen dieses Hauptattribut NICHT eintragen.

  • Prozentualer Anteil der qualifizierten Athleten im Verhältnis zu der Nation mit der maximal erreichten Anzahl an qualifizierten Athleten in dieser Disziplin (= 100 %)
  • Qualifikation der Nationalmannschaft für die Olympischen Spiele

Hauptattribut 3 - „Vorolympische Erfolge“ arrow_drop_down

Die Daten werden in Abstimmung mit dem DOSB durch die Geschäftsstelle der PotAS-Kommission erhoben und in das PotAS-Datenmanagementsystem eingegeben. Die Spitzenverbände müssen dieses Hauptattribut NICHT eintragen.

  • Prozentualer Anteil der erreichten Punktzahl für die Platzierungen 1 bis 8 bei vorolympischen Wettkämpfen im Verhältnis zur erreichten Punktzahl der besten Nation in dieser Disziplin (=100 %)

Hauptattribut 4 - „Kaderpotenzial“ arrow_drop_down

Nach der neuen Kadersystematik erhalten die perspektivreichsten Athleten das Prädikat „Olympiakader“. Die Olympiakaderathleten werden in Verantwortung ihres Spitzenverbandes gezielt auf die nächsten Olympischen Spiele vorbereitet (4-Jahres-Perspektive). Zudem erhalten die leistungsstärksten Athleten im Anschluss- und Nachwuchsbereich das Prädikat „Perspektivkader“. Ihre Mitglieder werden - in der Verantwortung der Spitzenverbände - gezielt für die nächsten und/oder übernächsten Olympischen Spiele aufgebaut (4- und 8-Jahres-Perspektive). Eine Sonderregelung gibt es für die Nationalmannschaften im „Teamsportkader“ sowie die Ergänzungskader. Den Ergänzungskadern wird aufgrund des aktuellen Leistungspotenzials keine Perspektive einer Qualifikation für die nächsten und übernächsten Spiele zugeordnet. Sie nehmen jedoch an internationalen Wettbewerben, Meisterschaften und Länderspielen teilnehmen.

Hauptattribut 5 - „Nachwuchsförderung“ arrow_drop_down

Die verbandsspezifische Konzeption zur Neustrukturierung des Leistungssports sowie die Ausrichtung an den Potenzialen sind an das Vorhandensein eines Nachwuchsleistungssportkonzepts des jeweiligen Spitzenverbandes in Abstimmung mit den Landesverbänden, den Ligen sowie den Vereinen gebunden. Konkret bedeutet dies, ob verbandsseitige konzeptionelle und inhaltliche Überlegungen zum langfristigen Leistungsaufbau sowie zu Spät- und Quereinsteigern für die Sportarten und Disziplinen bestehen. Diese müssen mindestens verbandsintern zugänglich sein und einen koordinierenden Einfluss für die Entwicklung der Sportart bzw. den einzelnen Sportler aufweisen. Dabei sind eine theoretisch-inhaltliche Konzeption ebenso wie Umsetzungsüberlegungen bzw. -programme zu berücksichtigen und nachzuweisen.

Hauptattribut 6 - „Trainingssteuerung“ arrow_drop_down

Für eine Trainings- und Wettkampfsteuerung ist eine regelmäßige Kontrolle leistungsbestimmender Parameter notwendig, um Leistungsziele und -Zwischenziele zu definieren. Ein Konzept für die Leistungsdiagnostik im Spitzenverband benötigt ein altersdifferenziertes Anforderungsprofil, an dem sich die Einzeldiagnostiken bzw. die Komplexdiagnostik orientieren. Das in den meisten Fällen implizite Leistungsstrukturmodell dient hierfür als Grundlage. Zusätzlich zur komplexen Leistungsdiagnostik sind eine zentrale Datendokumentation und -analyse zu Leistung, Training und Wettkampf vorzuhalten.

Konkret wird geprüft, ob es verbandsseitig konzeptionelle und inhaltliche Überlegungen zu den aufgeführten Komponenten gibt, die mindestens verbandsintern zugänglich sind und die einen koordinierenden Einfluss für die Entwicklung der Sportart beziehungsweise die einzelnen Sportler haben. Dabei ist eine theoretisch-inhaltliche Konzeption ebenso wie Umsetzungsüberlegungen beziehungsweise -programme zu berücksichtigen und nachzuweisen.

Hauptattribut 7 - „Richtlinienkompetenz/Zielvereinbarungen“ arrow_drop_down

Das Attribut fokussiert auf die Rahmenbedingungen zur Um- und Durchsetzung der Richtlinienkompetenz des Spitzenverbandes gegenüber den Bundesstützpunkten, den Olympiastützpunkten sowie den Landesstützpunkten und Landesleistungszentren. Unter Richtlinienkompetenz wird die Zuständigkeit des Spitzenverbandes verstanden, verbindliche Richtlinien zu bestimmten Themenbereichen (z.B. Trainer Aus- und Fortbildung und Umsetzung der Rahmentrainingskonzeption) vorgeben zu können. Das diesbezügliche Steuerungsinstrument sind die „Regionalen Zielvereinbarungen“, die die bisherigen „Regionalkonzepte“ ablösen.

Die am 3. Dezember 2016 durch die DOSB-Mitgliederversammlung beschlossene „Neustrukturierung des Leistungssports und der Spitzensportförderung“ gab einen ersten Rahmen zur Umsetzung der Richtlinienkompetenz. Mittlerweile haben der DOSB und die Spitzenverbände hierzu konkrete Inhalte erarbeitet und in dem Konzept „Professionalisierung des Leistungssportpersonals der Olympischen Spitzenverbände“ formuliert. Dieses Konzept wurde auf der DOSB-Mitgliederversammlung am 1. Dezember 2018 mit einer Frist zur Umsetzung bis zum Dezember 2020 beschlossen.

Hauptattribut 8 - „Führungsstruktur“ arrow_drop_down

Die Bewertung der Führungsstruktur basiert auf den in der „Neustrukturierung des Leistungssports und der Spitzensportförderung“ formulierten Eckpunkten und auf dem Konzept zur „Professionalisierung des Leistungssportpersonals der Olympischen Spitzenverbände“. Dieses Konzept wurde auf der DOSB-Mitgliederversammlung am 01. Dezember 2018 mit einer Frist zur Umsetzung bis zum Dezember 2020 beschlossen.

Wie in Hauptattribut 7 wird auch hier die Umsetzungsfrist bis Dezember 2020 berücksichtigt, indem nicht nur vorhandene Strukturen, sondern auch eingeleitete Prozesse (siehe 8.1.5) bewertet werden.

Hauptattribut 9 - „Trainer Aus- und Fortbildung“ arrow_drop_down

Im Rahmen seiner Trainer Aus- und Fortbildung ist der Spitzenverband verpflichtet, ein ausreichendes, attraktives und qualitativ hochwertiges Aus- und Fortbildungsangebot für die verschiedenen Lizenzstufen anzubieten. Hervorragend ausgebildete Trainer sind vor allem auch im Nachwuchsleistungssport und im Grundlagentraining entscheidend, da im Kinder- und Jugendalter die Basis für spätere Spitzenleistungen gelegt wird.

Zur Steuerung der Trainerausbildung wird ein Gremium, das kontinuierlich mit der Begleitung und Weiterentwicklung der Aus- und Fortbildung betraut ist und von einem hauptamtlichen Ausbildungsverantwortlichen geleitet wird, als notwendig erachtet.

Dem Gremium obliegt das Qualitätsmanagement, um mit geeigneten Maßnahmen die Qualität der gesamten Trainer Aus- und Fortbildung zu sichern und weiterzuentwickeln.

Hauptattribut 10 - „Gesundheitsmanagement“ arrow_drop_down

Der Athlet kann nur dann Bestleitungen abrufen, wenn er körperlich gesund und psychisch stabil ist. Eine optimale physiotherapeutische, psychologische und medizinische Betreuung ist neben dem eigenverantwortlichen Handeln des Athleten hierfür eine wesentliche Voraussetzung. Dafür muss gewährleistet sein, dass diese Leistungen innerhalb des Spitzenverbandes koordiniert und abgestimmt sind.

Um die Athleten bei der Einhaltung der bestehenden Anti-Doping-Richtlinien (z.B. Eintragungen bei ADAMS) zu unterstützen und zeitlich zu entlasten, muss der Spitzenverband proaktiv über Regularien aufklären, dem Athleten beratend zur Seite stehen und ihn bei der Bedienung der ADAMS-Plattform unterstützen. Zudem muss gewährleistet sein, dass die jungen Athleten ihren Sport in einem sicheren, physisch und psychisch gewaltfreien Umfeld ausüben können.

Hauptattribut 11 - „Athleten-, Trainings- und Wettkampfmanagement“ arrow_drop_down

Bei der von PotAS initiierten Athletenumfrage im Herbst 2017 stellte sich heraus, dass die Athleten v. a. die folgenden Themen beschäftigen:

  • Umfassende medizinische Betreuung
  • Finanzielle Unterstützung
  • Vereinbarung von Sport und Ausbildung/Beruf (duale Karriere)
  • Organisation und Betreuung von Wettkampfreisen
  • Transparente Kader- und Nominierungsrichtlinien
  • Optimale Trainingsinfrastruktur

Eine transparente Übersicht von Rechten und Pflichten von Spitzenverband und Athlet sowie offen kommunizierte Kader- und Nominierungsrichtlinien tragen zu mehr Planungssicherheit für den Athleten im Rahmen seiner Saison- und Karriereplanung bei. Dazu zählt auch eine koordinierende Ansprechperson im Spitzenverband, die die Athleten zu den verschiedenen Themenbereichen beraten oder an Experten weitervermitteln kann. Je besser sich der Spitzenverband vermarktet, desto mehr können die Athleten finanziell partizipieren, bzw. durch vermehrte öffentliche Wahrnehmung individuelle Sponsoren gewinnen. Darüber hinaus bedarf es eines gut organisierten Wettkampfreisemanagements, welches dem Athleten die Konzentration auf seine Kernaufgabe erleichtert. Schließlich sind die infrastrukturellen Trainingsbedingungen entscheidend. Sind diese mit einem Verbund von Trainingsstätte, angeschlossener Physiotherapie und Kraftraum u. a. gut strukturiert, trägt das nicht nur zu einem sportfachlich optimalen Trainingsumfeld bei, sondern auch zu einer zeitoptimierten Gestaltung des häufig durch eine duale Karriere eng getakteten Tagesablaufs.

 

Hauptattribut 12 - „Leistungssportpersonal“ arrow_drop_down

Ein professionelles Leistungssportpersonalmanagement ist ein relevanter Faktor, der zum Erfolg eines Spitzenverbandes bzw. einer Disziplin beiträgt. Die wesentlichen Grundlagen für das Management des Leistungssportpersonals bilden eine gezielte Personalplanung und Personalentwicklung. Konkrete Ziele der Personalplanung leiten sich zum großen Teil aus dem Bedarf der einzelnen Bereiche ab: Wie viel Personal und welche Qualifikationen sind nötig? Welche Anforderungen werden an das Personal gestellt? Die Personalentwicklung zielt auf die Qualifizierung von Leistungssportpersonal für die sich veränderten Anforderungen an die jeweilige Tätigkeit ab.

Die Terminologie der Bezeichnungen der einzelnen Bereiche des Leistungssportpersonal sind dem DOSB-Konzept „Professionalisierung des Leistungssportpersonals der Olympischen Spitzenverbände“ (verabschiedet auf der DOSB-Mitgliederversammlung 2018) entnommen.

Hauptattribut 13 - „Wissenschaftsmanagement“ arrow_drop_down

Der Nachwuchsleistungs- und Spitzensport benötigen eine fundierte wissenschaftliche Unterstützung seiner Bundeskaderathleten. Diese umfasst zum einen wissenschaftliche Unterstützungsleistungen, die kontinuierlich und routinemäßig, meist im Rahmen von Wettkämpfen und Lehrgängen, vorwiegend von OSP- und IAT-Mitarbeitern sowie universitären Partnern erbracht werden. Hinzukommen Forschungs- sowie Entwicklungsprojekte, die einen wichtigen Beitrag zur innovativen Weiterentwicklung der Sportart und der Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit leisten können. Die Planung und Steuerung einer optimalen, ganzheitlichen wissenschaftlichen Unterstützung für einen Spitzenverbandes sollten in der Verantwortung eines Wissenschaftsgremiums liegen. Dieses Gremium sollte durch einen durch einen hauptamtlichen Verantwortlichen für die Wissenschaft geleitet werden. Erst die Sicherung der Erkenntnisse und ein zielgerichteter inner- und außerverbandlicher Wissenstransfer und Diskurs eröffnen die Chance für eine nachhaltige Nutzung wissenschaftlicher Erkenntnisse.